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Zuhause ist es am schönsten, oder Pauli?

 

"Ja, eigentlich schon. Die Frage ist nur: Wo ist eigentlich zuhause? Denn wisst ihr, eigentlich komme ich ja aus Portugal."

"Kein Meer, kein Buddelsand: Ich glaub´ ich steh´ im Wald", mag Pauli sich anfangs gedacht haben – und das buchstäblich und noch dazu in einem bayerischen. Kam ihm das Kauderwelsch seiner neuen Menschen komisch vor, so ließ er es sich nicht anmerken. Und Spielen, Toben und Knuddeln kommen ja zum Glück international ohne viel Worte aus. Einen lustigen, freundlichen und lieben Mitbewohner hat das Schicksal ihnen zugedacht, stellten ihrerseits die zweibeinigen Familienmitglieder fest, als sie seinen Hundezeichenvorrat besser verstanden - und einen, der es faustdick hinter den Ohren hat.

Zuhause ist, wo das Rudel ist

Mein Futternapf, mein Körbchen, meine Spielsachen – nicht alles, was man erst nicht kennt, muss deshalb gleich schlecht sein, erkannte Pauli hocherfreut. Und mag es für die Menschen bisweilen komplizierter sein, für ihn war die Sache klar: Heimat ist weniger an einen bestimmten Ort gebunden, als an den Umgang und an die Gefühle, die man vierbeinigen Zeitgenossen entgegenbringt: Dort wo ihre Familie ist, wo man sich um sie sorgt und sie lieb hat, ist ihr Zuhause. Mit Fernweh, von dem seine Halterin bisweilen geplagt wird, kann Pauli nur bedingt etwas anfangen. Na klar, an die Isar, die gleich in der Nähe ist, muss er unbedingt. Und in den Wald selbstverständlich und gerne auch ein bisschen weiter in die Berge. Im Prinzip aber ist ihm sein ruhiges Leben recht, gegen gewohnte Abläufe und sich wiederholende Gassiwege gibt es von seiner Seite aus nicht das Geringste einzuwenden.

Warum in die Ferne schweifen...?


„Ein Hund hat die Seele eines Philosophen.”

Plato

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hunde sind beileibe keine Langweiler. "Neugierig bleiben", kann im Gegenteil für viele von ihnen als eine Art Lebensmotto gelten. Und lieber sind sie überall dabei, als dauerhaft von ihrem Menschenrudel getrennt zu sein. Nur, warum sollte Hund stundenlang im Auto sitzen, wenn doch schon alles gut ist und das nächste Abenteuer gleich um die Ecke wartet? Wie so oft haben Vierbeiner, oder zumindest Paulis, hier offenbar einen anderen Blickwinkel auf die Dinge. Davon, was gelungene Ferien ausmacht, hat er so seine ganz eigenen Vorstellungen.

Ferien mit Hund

"Ist es da etwa heiß", könnte unser sonst so charmanter Mitbewohner in einer imaginären Diskussion über das nächste Reiseziel mürrisch fragen. "Ich bin zwar Portugiese, aber keiner von uns ist so doof sich dauerhaft und freiwillig der prallen Sonne auszusetzen. Und was hätte ich denn da zu tun? Gibt´s da Eichhörnchen? Noch nicht mal Mäuse, Ratten oder Käfer? Langweilig! Kann ich da auch mal freilaufen oder muss ich mir etwa die Pfoten auf alten Pflastersteinen krumm treten? Das Angebundensein an einer „Laufleine“ – schlechter Scherz – kann ich übrigens nicht ausstehen. Habe ich schon erwähnt, dass meine Mutter ein Kettenhund war? Können wir diesmal wenigstens draußen wohnen? Dann wäre ich sofort dabei!"
Die imaginäre Antwort: "Keine Angst, wir planen alles so, dass auch du glücklich bist.
"Aber ich habe meine Heimat doch gefunden, und: Ich bin total zufrieden mit ihr. Kann ich jetzt nicht einfach da bleiben?"
"Nein, Pauli, da musst du jetzt durch."

 

Stellt sich der Autorin eine Frage: Haben Männer und Hunde womöglich etwas gemeinsam?

So ganz im Allgemeinen und in punkto Reiseplanung im Besonderen? Immerhin essen in unserem Fall beide für ihr Leben gerne frischen Fisch. Auf die Reste davon war Pauli schon als Welpe in Portugal ganz wild, was zu der Vermutung führt, dass auch Hunde über eine Art "Kindheitserinnerung" verfügen. Und auch gegen weichen Sand – zum darin buddeln oder darauf liegen und spazierengehen – haben Mann wie Hund und übrigens auch Kind nichts einzuwenden. Na dann, gute Reise!

Urlaub? Ach nö, lass´ mal. Ich habe auch hier meinen Spaß!

Zuhause chillt es sich am besten...