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Pauli liest: „The Dog in Photography“

 

Foto: Harry Giglio, Pray for Peace, 1996, Courtesy of the artist © TASCHEN Verlag

*Unaufgeforderte Werbung für ein Buch*

„Kennt ihr das? Ob beim Schlafen, Spielen oder Spazierengehen – mein Frauchen macht Fotos von mir. Seltsam, aber soll ich euch was sagen: Sie ist damit nicht alleine. Viele berühmte Fotografen und Künstler fanden uns Vierbeiner zum Immer-wieder-Porträtieren schön.“

Allen Maniacs der Hundefotografie sei das Buch „Dogs in Photography“ aus dem Taschen Verlag empfohlen. Denn die Frage „bin ich noch ganz normal, weil ich ständig meinen Hund fotografiere“, verliert angesichts der 400 in dem Band versammelten Hundefotografien ihre Bedeutung. Das von Raymond Merritt zusammengestellte Kompendium zeigt: Auch Man Ray und Eric Fischl hatten sie, Henri Cartier-Bresson, Elliott Erwitt und andere weltberühmte Fotografen ebenfalls, sogar gestandene Kriegsfotografen und Fotojournalisten kannten sie: Jene glücklichenMomente, in denen sie dem Charme der Vierbeiner erlagen und ihr ganzes Können in den Dienst eines gelungenen Hundeporträts stellten.

Hundeblick und andere unwiderstehliche Eigenheiten

Die Hunde ihrerseits taten nichts Besonderes: Sie saßen, sie liefen oder sie schauten, aber dies auf ihre ganz eigene Weise. Was ist es nur, was ganz normale Menschen, aber auch die Ikonen der Fotografie und die erste Riege der Künstler wie Toulouse-Lautrec, Renoir, Monet oder Picasso zu unverblümten Hundefans werden ließ? Das bei TASCHEN in der Reihe Bibliotheca Universalis erschienene Buch forscht nach den Gründen und lässt dabei berühmte Persönlichkeiten zu Wort kommen. Gleichzeitig skizziert es die turbulente Liaison zwischen Hund, Mensch und Fotografie ab dem Jahr 1839 bis heute.

  • JFK and Family, Cecil Stoughton, 1963. © TASCHEN

    JFK and Family, Cecil Stoughton, 1963. © TASCHEN
  • Bruce Davidson, East 100th Street, Harlem, New York, 1966, Courtesy Magnum Photos

    Bruce Davidson, East 100th Street, Harlem, New York, 1966, Courtesy Magnum Photos. © TASCHEN
  • Raymond Merritt: The Dog in Photography, 1839 - today. © TASCHEN

    Raymond Merritt: The Dog in Photography, 1839 - today. TASCHEN
  • Harry Giglio, Pray for Peace, 1996, Courtesy of the artist © TASCHEN

    Harry Giglio, Pray for Peace, 1996, Courtesy of the artist.

„Hunde können sprechen, aber nur mit denen die zuhören.“
Orhan Pamuk

Wenn er sein Leben lang nichts anderes täte, als tausend Hunde zu fotografieren, würde er als glücklicher Mensch sterben, so drückte der mexikanische Fotograf Manuel Álvarez Bravo seine Obsession aus. Der Status des Hundes mag sich im Laufe der Zeit gewandelt, die Technik sich grundlegend verändert haben. Die liebenswerten Eigenheiten der Vierbeiner sind geblieben.

Fünf Gründe, warum wir Hunde lieben:

  • Hunde sind schlau. Tonfall und Minenspiel ihres zweibeinigen Gegenübers sind für sie ein offenes Buch – sie lesen es sekundenschnell. Ohne Worte wissen sie sich auf ihren Menschen und seine Bedürfnisse einzustellen. Durch ihr Gehör und ihren Geruchssinn haben sie Zutritt zu Welten, die uns verborgen bleiben.
  • "Das Leben mit einem Hund ist einfach – wie das Leben mit einem Idealisten", wusste der amerikanische Schriftsteller und Journalist H. L. Mencken. Wer würde nicht gerne mit einem charakterlich derart ausgestatteten Wesen seine Tage auf Erden verbringen? Die Charmeure auf vier Pfoten haben meistens gute Laune und ihre Möglichkeiten sich zu freuen sind schier unbegrenzt.
  • Sie sind großzügig und haben Charakter. Es interessiert sie nicht, wie jemand aussieht und wie viel Geld er hat. Sie sind und bleiben treue Freunde, egal in welcher Lebenslage.
  • Sie sind geborene Therapeuten. Ihre Gegenwart wirkt sich positiv auf unsere Hormone und damit auf unsere Stimmung aus. Sie helfen uns, auch schlimme Situationen besser zu ertragen. Nicht umsonst finden immer mehr Hunde ihren Weg in Klinken, Altenheime und Gefängnisse – in früheren Zeiten begleiteten sie ihre Besitzer sogar in den Krieg.
  • Rennen und jagen, ausruhen und schlafen – ihnen dabei zuzusehen, fasziniert uns. Denn Schönheit und Eleganz ist dem größten Teil von ihnen zu eigen. Und der andere Teil macht sich keine Gedanken darum. Angst sich zu blamieren, hat ein Hund niemals. Er ist der "Gott der Übermuts", der uns die Rückkehr zur Natürlichkeit spielerisch eröffnet.


 

Und: Hunde können zaubern

"Alte Männer brauchen nur die Stirn eines Hundes zu berühren, in seine Augen zu schauen, sein Lecken zu spüren, um noch einmal die Frische und Freude des Lebens zu fühlen", so heißt es in dem Buch. Der Zaubertrick, den sie dabei anwenden und der für uns so schwer zu erlernen ist: Hunde sehen mit dem Herzen und finden dadurch zielsicher ihren Weg in die Herzen der Menschen – egal welcher Alterstufe.


Raymond Merritt: The Dog in Photography. 1839 - today. TASCHEN Bibliotheca Universalis, 2018, 688 Seiten, mehrsprachige Ausgabe, 15 Euro.