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Pauli reist: Das Dackelmuseum in Passau

 
Foto: Dackelmuseum Passau

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"Freunde, das Beste vorneweg: Nicht nur Dackel, sondern auch wir anderen Hunde dürfen mit ins Museum! Cool, denn schließlich steckt in meinen Genen wahrscheinlich auch ein Dackel - wegen des Dickschädels, sagt mein Frauchen."

Abraham Lincoln und Wilhelm II. hatten einen, auch bei Queen Elizabeth II. und zahlreichen anderen Royals fand er ein Plätzchen. Doris Day und Romy Schneider verliebten sich in ihn. Heidi Klum, Adele und Liam Gallagher gehören in unseren Tagen zu seinen Fans. Die Liste der Prominenten, die auf den Dackel kamen, ließe sich lange fortsetzen. Klein, aber mutig und ausdauernd, schlau und dabei lieb und anhänglich, treu und dabei äußerst selbstbewusst, eigenwillig und bisweilen leicht größenwahnsinnig – ihre Eigenschaften machen die langgezogenen Vierbeiner zu den Charakterdarstellern unter den Hunden. Kein Wunder also, dass sie im Laufe der Zeit immer wieder zum Modehund avancierten.

Dackel fühlen sich auf jedem Parkett zuhause

Eigentlich sind die kleinen Kraftpakete Jagdhunde. Mit ihrem muskulösen Körperbau und den kurzen Beinen schrecken sie nicht davor zurück, Fuchs und Dachs aus ihrem Bau zu treiben. In Bayern gilt der Dackel trotzdem seit jeher als Inbegriff der Gemütlichkeit. 1972 erkannte man das Marketingtalent des kleinen Charmeurs und schickte ihn unter dem Pseudonym „Waldi“ als Maskottchen zur Olympiade in München.

  • Dackelmuseum-Initiatoren

    Die Initiatoren des Museums: Seppi Küblbeck und Oliver Storz. © Dackelmuseum Passau
  • Dackelmuseum am Passauer Residenzplatz

    Dackel vor Passauer Dackelmuseum © Dackelmuseum Passau
  • Dackel im Wormser Dom

    Sogar bis in den Wormser Dom hat es ein Dackel geschafft: In Form eines Wasserspeiers blickt er auf die Gläubigen herab. © Dackelmuseum Passau
  • Dackel als Olympia-Maskottchen

    "Waldi", das Münchner Olympia-Maskottchen von 1972. © Dackelmuseum Passau
  • Dackeltypen

    Dackel ist nicht gleich Dackel: Zur Familie gehören Kurzhaardackel, Rauhaardackel, Langhaardackel und Tigerdackel. © Dackelmuseum Passau
  • Prominente mit Dackel

    Albert Einstein, Andy Warhol oder Romy Schneider – zahlreiche Prominente sind auf den Dackel gekommen. © Dackelmuseum Passau
  • Picasso und Lump

    Lump (o. l.), auch Lumpito genannt, war der einzige, der Pablo Picasso in sein Atelier begleiten durfte. © Dackelmuseum Passau
  • Tigerdackel

    Der Tigerdackel mit seinem auffällig gefleckten Fell ist eine immer beliebter werdende Unterart der Dachshunde. © Dackelmuseum Passau
  • Dackel als Porzellanfiguren

    Auch als Porzellanfigur macht sich der Dackel gut. Viele namhafte Manufakturen wie Meißen, Nymphenburg, Rosenthal oder Hutschenreuther nahmen sich seiner an. © Dackelmuseum Passau
  • Langhaardackel

    Der Einkreuzung von Spaniel-Genen verdanken Langhaardackel ihr langes Fell und ihr sanftes Wesen. © Dackelmuseum Passau

„Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben. Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch, wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an. Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug. Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen (...).“

Pablo Picasso

Auf den Namen „Lump“ hörte das Exemplar aus der Gattung Dachshund, das der Fotojournalist David Douglas Duncan 1957 mit auf Pablo Picassos Anwesen an der Côte d´Azur brachte. Hier gefällt es ihm, hier will er bleiben, beschloss der kleine Vierbeiner und wich dem genialen Künstler ab diesem Moment nicht mehr von der Seite. Schon am ersten Tag ihres unerwarteten, aber langen und glücklichen Zusammenlebens saß "Lumpito" für einen Keramikteller Modell. In der Folge fertigte Picasso unter anderem 45 Zeichnungen von seinem eigenwilligen Liebling, darunter die berühmteste, in der er die einmalige Physionomie dieser Hunderasse mit Hilfe nur einer Linie auf den Punkt brachte.

Der Dackel - eine Weltanschauung

Teckelliebhabern mag es da nur recht und billig erscheinen, dass es in Passau nun seit kurzem ein Dackelmuseum gibt. Es widmet sich einzig und allein den schier unzähligen Verdiensten und Besonderheiten dieser Hunderasse. „Sausage dog“ – Wursthund – nennen die Engländer trotzdem wenig respektvoll diese besonderen Tiere. Die Initiatoren Museums, Josef Küblbeck und Oliver Storz, besitzen nicht nur selbst zwei Vertreter dieser heute wieder sehr gefragten Hunderasse, sie vollbrachten auch die Leistung über 4500 Exponate über sie zusammenzutragen. Etwa 2000 davon sind in der aktuellen Schau "Der Dackel - eine Weltanschauung" zu sehen.


 

Kein Detail der immer wieder überraschenden Dackelvita bleibt unbehandelt.

In den Räumen gegenüber der Neuen Bischöflichen Residenz nahe des Passauer Doms können sich die Besucher mit der Kulturgeschichte des Dackels, mit seiner Rolle im Adel, als Jagd- und Familienhund, als Werbeikone sowie in der Kunst und im Kunsthandwerk vertraut machen. Außerdem können sie sich unterschiedliche Variationen des berühmten "Dackelwackels" und andere Spielzeugen in langgestreckter Hundeform ansehen. Besondere Attraktion sind wohl die Dackel selbst: An der Seite von Herrchen oder Frauchen nahmen sie schon in den ersten Tagen nach der Eröffnung "ihr" Museum in Besitz.


Dackelmuseum Kleine Residenz/Große Messergasse 1, 94032 Passau/Tel.: 0851 30439
Öffnungszeiten: Ab Ostern 2018 bis 6.1.2019, tägl. 10 bis 16 Uhr, Freitag nur nach tel. Vereinbarung/24. und 25. Dez. geschlossen